Englische Grammatik, erklärt mit Songs
14 kurze Lektionen zur englischen Grammatik, auf die echte Songs bauen. Jede erklärt den Punkt in einfachen Worten und nennt die Songs auf Verbomatico, in denen du ihn hörst.
He, she, it: das -s, das vergessen wird
Im Present Simple ändert sich das Verb für eine einzige Person — he, she, it — und die Änderung ist ein einzelnes -s: I work, aber she works.
Nach s, sh, ch, x und o wird daraus -es: he watches, she goes.
Nach Konsonant + y wird daraus -ies: I cry, she cries.
Drei Verben gehen ihren eigenen Weg: have → has, do → does, be → is.
Zu hören in: Bleeding Love (Leona Lewis) · Can't Stop the Feeling! (Justin Timberlake) · Don't Stand So Close to Me (The Police) · Enjoy the Silence (Depeche Mode) · Hips Don't Lie (Shakira) · Home (Depeche Mode) · I Don't Want to Miss a Thing (Aerosmith) · I Will Always Love You (Whitney Houston) · No More Lies (Iron Maiden) · Nothing Else Matters (Metallica) · Perfect (Ed Sheeran)
Fragen und Verneinen: do, does, did
Englisch braucht ein Hilfsverb, um zu fragen und um Nein zu sagen — ein Bauteil, für das es im Deutschen kein Gegenstück gibt. Im Präsens ist es do, für he, she, it does; in der Vergangenheit für alle did.
Sobald das Hilfsverb da steht, fällt das Hauptverb in die nackte Grundform zurück: she goes → does she go?, she doesn’t go. I went → did you go?, I didn’t go.
Daher kommen all die don’t, doesn’t und didn’t im Liedtext.
Zu hören in: Bleeding Love (Leona Lewis) · Bohemian Rhapsody (Queen) · Can't Stop the Feeling! (Justin Timberlake) · Don't Stand So Close to Me (The Police) · Enjoy the Silence (Depeche Mode) · I Don't Want to Miss a Thing (Aerosmith) · I Will Always Love You (Whitney Houston) · No More Lies (Iron Maiden) · Nothing Else Matters (Metallica) · November Rain (Guns N' Roses) · Perfect (Ed Sheeran)
Be + -ing: was gerade läuft
Englisch baut eine ganze Zeitenfamilie mit be plus der -ing-Form, und alle sagen dasselbe: die Handlung ist im Gange. Im Deutschen fehlt diese Form, deshalb wird sie leicht übersehen.
Änderst du das be, änderst du den Zeitpunkt: I am working (jetzt), I was working (damals), I will be working (später).
Vergleiche I work every day mit I am working right now — das erste ist eine Gewohnheit, das zweite passiert, während du sprichst.
Zustandsverben bleiben draußen: man sagt I know, nie I am knowing.
Zu hören in: Beautiful (Christina Aguilera) · Bleeding Love (Leona Lewis) · Blinding Lights (The Weeknd) · Bohemian Rhapsody (Queen) · Can't Stop the Feeling! (Justin Timberlake) · Don't Stand So Close to Me (The Police) · Enjoy the Silence (Depeche Mode) · I Will Always Love You (Whitney Houston) · Nothing Else Matters (Metallica) · November Rain (Guns N' Roses)
I saw oder I have seen
Beide blicken zurück, aber sie tun Verschiedenes. Das Past Simple setzt die Handlung auf einen abgeschlossenen Zeitpunkt: I saw her yesterday.
Das Present Perfect — have oder has plus Partizip — bindet die Vergangenheit an das Jetzt und nennt nie ein Datum: I have seen her, so I know her face.
Die Regel, die fast alles entscheidet: nennt der Satz eine abgelaufene Zeit (yesterday, last night, in 1999), nimmt das Englische das Past Simple. Hier führt dich dein Deutsch in die Irre — du sagst «Ich habe sie gestern gesehen» mit dem Perfekt, im Englischen ist genau das verboten.
Zu hören in: Beautiful (Christina Aguilera) · Bleeding Love (Leona Lewis) · Candle in the Wind 1997 (Elton John) · Don't Stand So Close to Me (The Police) · Enjoy the Silence (Depeche Mode) · Flowers (Miley Cyrus) · Home (Depeche Mode) · I Don't Want to Miss a Thing (Aerosmith) · Nothing Else Matters (Metallica) · Roar (Katy Perry)
Adjektive ändern sich nie
Ein englisches Adjektiv hat eine einzige Form: kein Maskulinum, kein Femininum, kein Plural, keine Kasusendung. A good song, good songs, a good idea — dein guter, gute, gutes, guten fällt komplett weg.
Und es steht VOR dem Substantiv: a red dress, nie a dress red.
Stapeln sich mehrere, ist die übliche Reihenfolge Meinung, dann Größe, dann Alter, dann Farbe: a beautiful little red dress.
Zu hören in: Beautiful (Christina Aguilera) · Candle in the Wind 1997 (Elton John) · Don't Leave Me This Way (The Communards) · Flowers (Miley Cyrus) · Hey Jude (The Beatles) · Home (Depeche Mode) · It Must Have Been Love (Roxette) · Nothing Else Matters (Metallica) · Poker Face (Lady Gaga) · Roar (Katy Perry) · Smells Like Teen Spirit (Nirvana)
Modalverben: can, must, should, would
Modalverben ändern sich nie: kein -s in der dritten Person, kein -ed, kein to. He can, she must, it should.
Das Verb dahinter steht immer nackt: I can swim, nicht «I can to swim» — genauso wie dein «ich kann schwimmen» ohne zu auskommt.
Fragen und Verneinung macht das Modalverb selbst, nie do: Can you? You shouldn't.
Sie tragen die Haltung, nicht die Handlung: must ist Pflicht, should ist Rat, might ist Möglichkeit, would ist Abstand oder Höflichkeit.
Zu hören in: Blinding Lights (The Weeknd) · Can't Stop the Feeling! (Justin Timberlake) · Don't Leave Me This Way (The Communards) · Enjoy the Silence (Depeche Mode) · Flowers (Miley Cyrus) · Hey Jude (The Beatles) · Home (Depeche Mode) · I Don't Want to Miss a Thing (Aerosmith) · It Must Have Been Love (Roxette) · Love the Way You Lie (Eminem ft. Rihanna)
Will oder going to
GOING TO steht für einen Plan, den du schon hattest, oder für das, was du kommen siehst: I'm going to call her. Look at those clouds — it's going to rain.
WILL steht für eine Entscheidung, die im Sprechen fällt, für ein Versprechen oder für eine Vorhersage ohne sichtbaren Anlass: OK, I'll do it. Dein werden deckt beides ab, das Englische trennt es.
Auf beide folgt das nackte Verb, und beide ziehen sich zusammen: I'll, he'll, gonna.
Für Verabredungen nimmt das Englische außerdem das Present Continuous: I'm seeing her tomorrow ist völlig normal.
Zu hören in: Beautiful (Christina Aguilera) · Blinding Lights (The Weeknd) · Bohemian Rhapsody (Queen) · Don't Leave Me This Way (The Communards) · Hips Don't Lie (Shakira) · I Will Always Love You (Whitney Houston) · I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That) (Meat Loaf) · It Wasn't Me (Shaggy) · Keep the Faith (Bon Jovi) · Perfect (Ed Sheeran)
Phrasal Verbs: das Partikel ändert alles
Ein Verb plus ein kleines Wort ist ein neues Verb: give up ist nicht give, und take off ist nicht take. Deine trennbaren Verben sind der nächste Verwandte — aufgeben ist auch nicht geben.
Die Bedeutung folgt selten aus den Teilen, also lernt man sie als Ganzes — das ist das Schwerste am englischen Wortschatz überhaupt.
Viele sind trennbar: turn the light off und turn off the light sind beide richtig, mit einem Pronomen aber nur eines — turn it off, nie «turn off it».
Lieder stecken voll davon, und das ist der leichteste Ort, ihnen zu begegnen.
Zu hören in: Blinding Lights (The Weeknd) · Can't Stop the Feeling! (Justin Timberlake) · Candle in the Wind 1997 (Elton John) · Don't Leave Me This Way (The Communards) · Hey Jude (The Beatles) · Hips Don't Lie (Shakira) · It Must Have Been Love (Roxette) · Keep the Faith (Bon Jovi) · Love the Way You Lie (Eminem ft. Rihanna) · November Rain (Guns N' Roses)
If-Sätze: drei Formen
ERSTE: if + Präsens, will + Verb. Eine echte Möglichkeit in der Zukunft. If it rains, I'll stay.
ZWEITE: if + Vergangenheit, would + Verb. Unwirklich oder unwahrscheinlich, und zwar jetzt. If I had money, I'd go. Die Vergangenheitsform meint hier keine Vergangenheit — genau das macht dein Konjunktiv II auch: «wenn ich Geld hätte».
DRITTE: if + had + Partizip, would have + Partizip. Eine Vergangenheit, die nicht stattgefunden hat. If I had known, I would have called.
Die Regel, über die alle stolpern: nach if kommt nie direkt ein will.
Zu hören in: Bohemian Rhapsody (Queen) · I Don't Want to Miss a Thing (Aerosmith) · I Will Always Love You (Whitney Houston) · I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That) (Meat Loaf) · It Wasn't Me (Shaggy) · Love the Way You Lie (Eminem ft. Rihanna) · November Rain (Guns N' Roses) · Poker Face (Lady Gaga) · Sultans of Swing (Dire Straits) · Taste (Sabrina Carpenter)
Used to: die Vergangenheit, die vorbei ist
USED TO sagt, dass etwas eine Zeit lang in der Vergangenheit galt und heute nicht mehr gilt: I used to smoke. Dein «früher habe ich geraucht» trifft es genau.
Es funktioniert für Gewohnheiten und für Zustände gleichermaßen, und eine Gegenwartsform hat es nicht: für das Jetzt nimmst du einfach das Präsens.
In Fragen und Verneinungen verliert es das D: Did you use to…? I didn't use to…
Verwechsle es nicht mit be used to + -ing, was «gewöhnt sein an» heißt: I'm used to waking up early.
Zu hören in: Roar (Katy Perry) · Somebody That I Used to Know (Gotye ft. Kimbra) · Viva la Vida (Coldplay)
There is, und das it, das nichts bedeutet
THERE IS / THERE ARE kündigen an, dass etwas existiert: There's a problem. There were two. Das ist dein es gibt.
Das Verb richtet sich nach dem, was DAHINTER kommt, nicht nach there: there is one, there are many. Dein es gibt bleibt unverändert, das englische nicht.
IT besetzt den Subjektplatz, wenn es kein echtes Subjekt gibt: it's raining, it's cold, it's five o'clock — wie dein es regnet. Das Englische lässt diesen Platz nie leer.
Darin liegt der Unterschied: there führt etwas Neues ein, it zeigt auf eine Lage.
Zu hören in: I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That) (Meat Loaf) · It Wasn't Me (Shaggy) · Keep the Faith (Bon Jovi) · Love the Way You Lie (Eminem ft. Rihanna) · Taste (Sabrina Carpenter) · Viva la Vida (Coldplay) · World in My Eyes (Depeche Mode)
Das 's: wem es gehört
Englisch zeigt Besitz, indem es dem BESITZER ein 's anhängt, nicht mit einer Präposition: my sister's car, nicht «the car of my sister». Dein Annas Auto macht dasselbe, nur ohne Apostroph.
Ein Plural, der schon auf -s endet, bekommt bloß den Apostroph: my parents' house.
Gebraucht wird es vor allem bei Menschen und Tieren; bei Dingen ist of natürlicher: the end of the street.
Und es sieht genau aus wie die Kurzform von is: it's heißt «it is», its heißt «von ihm». Dieser Apostroph ist der häufigste Fehler im Englischen.
Zu hören in: Bleeding Love (Leona Lewis) · Blinding Lights (The Weeknd) · Bohemian Rhapsody (Queen) · Candle in the Wind 1997 (Elton John) · Don't Stand So Close to Me (The Police) · Hips Don't Lie (Shakira) · I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That) (Meat Loaf) · It Must Have Been Love (Roxette) · Keep the Faith (Bon Jovi) · Love the Way You Lie (Eminem ft. Rihanna)
A, the und gar nichts
A/AN führt etwas zum ersten Mal ein oder sagt, um was für eine Sache es sich handelt: I saw a dog. She's a teacher.
THE zeigt auf etwas, das ihr beide schon kennt: the dog was barking.
Und sehr oft nimmt das Englische GAR KEINEN Artikel — bei Pluralen und unzählbaren Wörtern in allgemeinen Aussagen: dogs bark, music is loud, love hurts.
Diese dritte Möglichkeit fehlt vielen Sprachen; du hast sie mit «Hunde bellen» bereits, musst sie im Englischen aber konsequenter durchhalten, als dir lieb ist.
Zu hören in: Beautiful (Christina Aguilera) · Don't Leave Me This Way (The Communards) · Flowers (Miley Cyrus) · Hey Jude (The Beatles) · Home (Depeche Mode) · It Must Have Been Love (Roxette) · It Wasn't Me (Shaggy) · No More Lies (Iron Maiden) · Poker Face (Lady Gaga) · Roar (Katy Perry) · Smells Like Teen Spirit (Nirvana)
-er, more und das -est
Kurze Wörter hängen -er und -est an: older, oldest. Lange nehmen more und most: more beautiful, most beautiful. Dein Deutsch kennt nur den ersten Weg, deshalb rutscht einem «beautifuller» heraus.
Zweisilbige stehen dazwischen, und Wörter auf -y tauschen es gegen -ier: happy, happier, happiest.
Than ist das Vergleichswort, und der Superlativ will fast immer ein the: the best day.
Die unregelmäßigen sind wenige und fest: good/better/best, bad/worse/worst, far/further/furthest.
Zu hören in: Candle in the Wind 1997 (Elton John) · Flowers (Miley Cyrus) · Hey Jude (The Beatles) · Hips Don't Lie (Shakira) · I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That) (Meat Loaf) · It Wasn't Me (Shaggy) · Keep the Faith (Bon Jovi) · No More Lies (Iron Maiden) · Smells Like Teen Spirit (Nirvana) · Someone Like You (Adele)
Übe es mit den Songs
In der App hat jede Lektion Übungen, Beispielsätze und Konjugationstabellen aus den Songs, die du lernst.